Erste Hilfe - Teil II

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Und dann gibt es da noch die Fälle, wo einfach gar nichts mehr geht. Wie zuletzt geschrieben, sind mechanische Geräusche aus der Festplatte so ein untrügliches Zeichen, dass man aktuell nicht mehr viel richtig machen kann. Das Ziel ist also die Unterscheidung zwischen den Momenten, wo man besser das Gerät ausmacht, aus lässt und zum Fachmann geht, und den Momenten, wo es noch Mittel und Wege gibt, kostenlos die Lebensgeister von PC, Tablet oder Smartphone zu erwecken.

  1. Ein Fall zwischen diesen beiden Welten ist, wenn der PC sofort nach dem Anschalten Warntöne von sich gibt. Oftmals gibt es - je nach Problem - verschiedene Pieps-Signale, die man mit dem Handbuch zum Mainboard entschlüsseln kann. Je nach Bastel-Laune kann man dann heraus finden, welches Bauteil angeblich nicht richtig arbeitet und dieses überprüfen oder wechseln.
    Ohne Bastellaune sollte man jedenfalls mal alle Stecker am Gerät überprüfen und fest einstecken. Wenn es weiterhin piepst und der Bildschirm schwarz bleibt, dann ist vielleicht die Grafikkarte der Wackelkandidat. Manchmal löst sich das Grafikmodul ein wenig, wenn man einen Monitor einsteckt. Dies kann für eine Fehlfunktion reichen. Um die Grafikkarte feste in den Slot zu drücken, muss man den PC öffnen. Die richtige Karte ist schnell erkannt, da ja das Monitorkabel angeschlossen ist. Wenn sich die Grafikkarte mit sanftem Druck tiefer in den Slot drücken lässt, dann kann das schon die Lösung gewesen sein. Wenn es keine Karte gibt, dann ist der Grafikprozessor auf dem Mainboard. In diesem Fall lässt sich hier nichts machen.
    Achtung: Bevor man den Rechner zerlegt unbedingt die Garantiebestimmungen beachten! Wenn ein Siegel zerbrochen werden muss, um den Computer zu öffnen, dann ist spätestens Vorsicht geboten. Außerdem sollte man sich statisch erden, bevor man in den PC fasst. Ansonsten kann schon ein leichter Stromschlag zum Risiko für empfindliche Bauteile werden. Dies gelingt mit einer Hand am Gehäuse, wenn man mit der anderen Hand im Inneren werkelt.
  2. Läuft der Rechner vernünftig an, aber Windows mag sich gerade selbst nicht mehr und startet nicht, dann kann es helfen beim Start F8 zu drücken. So kommt man in das "Boot"-Menü und kann über den abgesicherten Modus oder Reparatur-Optionen versuchen, entweder den Fehler zu beheben oder Daten zu sichern. Die Fehlerbehebung erfordert meist etwas Erfahrung. Gut ist, wenn man weiß, was gerade am System gemacht wurde, bevor der Fehler auftrat. Eine fehlerhafte Installation kann z.B. im abgesicherten Modus entfernt werden.
  3. Lockere Bauteile oder ein fehlerbehaftetes Windows - das sind Ursachen, die zu beheben sind, bevor wieder alles stabil läuft. Aber manchmal hängt sich ein Gerät einfach und grundlos auf. Dann existiert nicht wirklich ein Problem, sondern nur eine temporäre Fehlfunktion, die mit einem Neustart behoben ist. Keine große Sache also, wenn man nicht davor allzu lange auf das Speichern der aktuellen Arbeit verzichtet hat.
    So können Sie verschiedene Systeme oder Geräte neustarten:
  • PC: "Warmstart" über den Task-Manager. (Mehr dazu im ersten Teil der Erste-Hilfe-Marginalie) Wenn das nicht hilft, dann die Reset-Taste am Gehäuse suchen und finden. Wenn es keine Reset-Taste gibt, dann den Ein-/Ausschalter für mehrere Sekunden drücken, bis das System neustartet. Letzte Raison: Stecker ziehen.
    Nach dem Neustart sind viele Probleme verschwunden. Muss Reset gedrückt werden, kann es sein, dass die Datenträger-Überprüfung beim Systemstart läuft. Dies ist kein schlechtes Zeichen, sondern nur eine Hilfe im Fall des Falles.
  • Mac: Auch beim Mac gibt es die Reset-Funktion über die lange gedrückte Ein-/Aus-Taste.
  • Laptop: Laptops haben keinen extra Reset-Knopf. Hier muss immer der Power-Knopf länger gedrückt werden, wenn ein Reset nötig ist. Hängt das Notebook immer noch - was eigentlich nie passiert - dann kann man den Akku herausnehmen.
  • Smartphone: Bei den meisten Smart-Phones funktioniert ebenfalls der Trick, lange den Ein-/Aus-Knopf zu drücken. Lange ist hierbei wörtlich zu nehmen: Da in der Hosentasche auch so mal länger eine Taste gedrückt sein könnte, startet das Handy später als andere Geräte durch. 30-40 Sekunden sind hier durchaus möglich, bis das Gerät wieder durchstartet. Andernfalls geht hier natürlich immer, den Akku zu entnehmen.
  • iPhone/iPad: Hier kann man den Akku nicht entnehmen und das alleinige Betätigen des Power-Knopfes hat keinen Erfolg. Abhilfe schafft hier der Reset-Griff: Halten Sie den Ein-/Aus-Schalter und den Home-Button (der Knopf unter dem Display) für ca. 10 Sekunden gleichzeitig gedrückt und das digitale Helferlein erwacht wieder zum Leben. Selbst Geräte, bei denen auch das Anschließen des Ladegerätes keinen Mucks mehr verursachte, nehmen so wieder die Arbeit auf.

PS: Pünktlich zum Schreiben der neuen Netzmarginalie kam mein Notebook repariert vom Hersteller wieder. Nachdem keine Daten mehr drauf sind, bietet sich gleich mal die Installation von Windows 8 an. Mehr dazu in der nächsten Marginalie von mir im neuen Jahr.