Die ersten 100 Tage

Bild des Benutzers Christoph Breit

Die ersten 100 Tage Projektstelle Social Media liegen hinter mir. Erste Erkenntnisse? Ja, die bayerische Landeskirche ist im Vergleich zu anderen Landeskirchen in Sachen Internet weit vorne.  Aber: In vielen Gemeinden und bei Pfarrerinnen und Pfarrern ist das Netz noch lange nicht Normalität. Eine erstaunliche Schere, die – so befürchte ich – eher noch auseinander geht. Sicher, eine Homepage haben die meisten Gemeinden, aber mit Mobilgeräten ist die meist schlecht zu nutzen. Ja, über„Evangelische Termine“ ließen sich alle Veranstaltungen leicht verwalten und wären auch für Web 2.0-Anwendungen nutzbar. Aber eingegeben werden oft nur Gottesdienste, und auch da manchmal nur die zu Ostern und Weihnachten. Verpasste Chancen.

Dabei böten Social Media so viele Chancen für Kirche: Blogs über Projekte, Teilhabe an Gottesdiensten via Stream oder als Podcast, neue Bilderwelten über den Instagram- Kanal der Kirchengemeinde, einloggen in Foursqare auch in Kirchen und wer oft kommt wird „Bürgermeister“. Inhalte unserer Mitglieder, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Aber die Menschen sollen doch zur Kirche kommen – selber schuld wenn sie es nicht tun! Wieso aber nicht den Weg in beide Richtungen gehen? Und Kirche geht dahin, wo Menschen sind. Im Netz sind sie eben auch, und das immer mehr und gerade in der Zielgruppe, die in Kirchengemeinde gerne mal fehlen: zwischen 25 und 45 Jahren alt und eher mobil.

Deswegen: Schön, dass es eine Projektstelle für Social Media gibt und das Team von „Vernetzte Kirche“ und das AfG und die Fachabteilung des LKA. Doch es ist immer noch ein weiter Weg zu einer froh kommunizierenden Kirche, die all‘ ihre Möglichkeiten gerne nützt. 

Linktipps

Kerstin Dominika Urban im Gespräch mit Pfarrer Christoph Breit über den Umgang mit den social media in der Kirche (aus: WeiterSehen 02/2013 9)