Kaufberatung Drucker

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Alle paar Jahre wieder... streikt der Drucker und man überlegt, ob Reparatur oder Neukauf dran ist. Bei abgelaufener Garantie ist ein Neukauf oft wirtschaftlicher. Was der Umwelt nicht gerade gut tut, rentiert sich besonders, wenn die Verbrauchsmaterialien auch bald alle sind. Gerade im günstigen Segment erreichen oder übersteigen Tonerkosten oft den Geräteneuwert.

Es scheint erfolgreich zu sein, einen Drucker günstig anzubieten. Der Verdienst der Hersteller wird dann über die Folgekosten in Form von Tinte und Toner generiert. Beim Errechnen der günstigsten Lösung gilt es deswegen einiges zu beachten.

Reparatur oder Neukauf?

Während Garantie und Gewährleistung ist diese Frage eigentlich klar. Ab zum Hersteller und abwarten. Nach der Garantiezeit rentiert sich relativ oft der Neukauf: man bekommt günstig und vor allem auch sofort einen neuen Drucker. Der druckt bei einem guten Gerät gleich gut oder besser, spart womöglich Strom und Druckkosten und hat wieder eine Garantiezeit, die der alte Drucker auch nach Reparatur nicht vorweisen kann.

Wenn der Drucker eigentlich noch gut ist und die Reparatur den Neuwert nicht übersteigt, ist es zwar wirtschaftlich nicht sinnvoll, aber ökologisch überlegenswert, dem weltweiten Müllberg keinen weiteren Drucker hinzuzufügen. Zwar wird natürlich recycelt, zerlegt und verwertet. Trotzdem ist es ein langer und energieintensiver Weg, bis aus dem ausgemusterten Drucker etwas Neues werden kann.

Tinte oder Laser?

Ist der Fall klar? Der alte Drucker war wirklicht alt und druckte nicht mehr gut? Die Rollen quietschten und jedes dritte Papier wurde gar nicht mehr vom Papiereinzug gegriffen, dann steht ein Neukauf an. Tintenstrahl oder Laser, Tinte oder Toner - die erste Entscheidung:

Toner ist nicht anfällig fürs Eintrocknen bei längerem Nicht-Gebrauch. Oft sind die Preise pro gedruckter Seite etwas günstiger, was meist in höherem Anschaffungspreis aufgeht. Hier rentiert sich das Rechnen für Viel-Drucker. Laserdruck ist interessant für Text und Tabelle. Lasergedrucktes ist widerstandsfähiger bei Feuchtigkeit. Tonerstaub ist ungesund und Laserdrucker sollten bei häufigem Gebrauch nicht unbedingt in Wohnräumen stehen.

Tintenstrahldrucker sind meist etwas günstiger in der Anschaffung als vergleichbare Lasergeräte. Auch die Einzelpatronen sind eine überschaubarere Anschaffung. Wegen der geringeren Kapazität sind trotzdem die Druckkosten meist höher als bei Laserdruckern. Gute Tintenstrahler zeichnen die feineren, harmonischeren Bilder. Gleichzeitig ist der Fotodruck immer ein nicht ganz billiger Spaß. Der Preis lässt überlegen, ob man Bilder nicht lieber entwickeln lässt, statt sie daheim zu drucken. Tinte kann trocknen und so die Druckkosten nochmal steigern, wenn Tintenpatronen vorzeitig raus müssen oder der Druckkopf sich nicht mehr reinigen lässt.

Früher waren die Gegensätze härter: Für schnellen Textdruck unbedingt den Laser. Bilder nur über den Tintenstrahler. Heute drucken die Tintenstrahler ebenfalls sehr schnell und auch kostenmäßig effizient, wenn man einen Drucker nimmt, der für diesen Bereich optimiert ist. Für den gelegentlichen Fotodruck tut es auch der Farblaser.

Funktionen?

Bei der Druckerauswahl sollte man wissen, was man braucht. Wenn man nur Text druckt, dann ist ein schwarz-weiß-Laser eine gute, günstige und passgenaue Wahl. Soll auch mal Farbe möglich sein, aber Bilder müssen nicht beste Fotoqualität erreichen. Dann kann man den Tintenstrahler nehmen, der bei den Druckkosten punktet, auch wenn er beim Fotodruck nur Durchschnitt ist. In diesem Fall braucht man dann auch keinen Drucker, der Speicherkarten direkt verwerten kann und die Bilder noch auf einem eigenen Display zeigt.

Ein interessantes Feature ist die Einbindung des Druckers in ein Heim-Netzwerk. Je nach Router kann man entweder den Drucker via USB anschließen. Andernfalls wäre ein Drucker interessant, der per WLan angesteuert werden kann. Dann kann auch vom Sofa aus gedruckt werden. Mehrere Leute können gleichzeitig aus dem ganzen Haus drucken, ohne dass Dateien rumgetragen werden müssen. Zudem kann man den Laserdrucker dann auch so platzieren, dass einem der Tonerstaub nicht in den Wohnräumen das Wohlbefinden zufuselt.

Testbericht?

Insgesamt gibt es eine so unendliche Menge an Druckern, dass Bewertungen und Testberichte hilfreich sind. Viele Bewertungsportale bieten eine Übersicht aus Verbrauchermeinung und Testbericht. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass die Tests dem eigenen Anforderungsprofil entsprechen. Wer von seinem Testsieger enttäuscht ist, ist vielleicht in die Falle getappt: der Testsieger bietet auf Fotopapier exzellente Bilder, ist aber im Textdruck langsam. Sie haben den Drucker wegen der guten Tests für die Seminararbeit in dreifacher Ausführung gekauft. Und nun ist das Ding einfach nur langsam. Sie bräuchten einen Laserdrucker oder einen Drucker mit schneller Textausgabe und vielleicht einer XXL-Schwarzpatrone. Die Details sind also entscheidend und die Siegereigenschaften sollten Ihren Wünschen entsprechen. Viele Tests legen eine spezielle Nutzung zu Grunde.

Was man oft nicht erfährt

Einiges war nun über die Kosteneffizienz zu lesen. Hier noch ein wichtiger Hinweis: Wer den Neukauf durchrechnet und sich z.B. beim geplanten Farblaser freut, dass er oder sie beim 200€-Drucker ja dann 4 Toner (Schwarz und die drei Druck-Grundfarben) im Wert von 180€ bekommt, wird sich wundern, wenn der erste Toner nach allzu kurzer Zeit leer ist. Oft packen Hersteller in den Lieferumfang Toner oder Tinte mit geringerer Kapazität. Dann ist plötzlich der teurere Drucker billiger, wenn dort größere Tanks verbaut sind.

Ich hatte z.B. einen s/w-Laserdrucker mit Tonern für 2500 Seiten. Bei Neukauf war der Kit-Toner für 800-1000 Seiten ausgelegt. Dies war vor dem Kauf gar nicht so groß angekündigt, wird aber bei den Details angegeben. Hier lohnt sich eine gezielte Nachfrage. Ich entschied mich für den Drucker, da der Toner bezahlbar war, ich keine Farbe brauchte und das Vergleichsmodell einen noch kleineren Kit-Toner hatte.

Umgekehrt bedeutet das, dass der günstige Farb-Laserdrucker auf absehbare Zeit einen Satz Toner braucht. Folgekosten, die man einplanen sollte.

Wer gerne rechnet, der sollte eine umfassende Kostenrechnung machen. Hier werden bei festgelegter Nutzungsdauer in Seiten alle Kosten aufaddiert. Dies meint: Anschaffungspreis, Größe Kit-Tinte/-Toner, Kosten des zusätzlichen Verbrauchsmaterial über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Hier kann es bei Tinte neben den Patronen noch neue Druckköpfe je nach System brauchen. Zu überlegen ist die Option von XXL-Patronen.
Bei Laser kommt zu den Tonern manchmal noch ein Resttonerbehälter oder eine Trommel-Einheit (nach einer recht hohen Seitenzahl). Etwas Geld bei guter Qualität lässt sich mit vom Hersteller befüllten Rückgabe-Tonern sparen. Immer wieder gibt es auch Bundles mit allen Tonern im günstigeren Paketpreis.
Oft sind die Unterschiede bei wenig Druckseiten vernachlässigbar, aber je mehr Seiten angenommen werden, desto interessanter werden die Zahlenspiele. Wer z.B. hofft, 5 Jahre den Drucker zu nutzen und 1000 Seiten pro Jahr druckt, der kann bei 5000 Seiten genau sehen, welche Teile getauscht und somit einkalkuliert werden müssen. Wer ganz wenig druckt, kann trotz günstigerem Preis mit der trocknenden Tinte daneben liegen.

Schlussanekdote

Ich hatte mal einen Tintenstrahldrucker im Studium gekauft, der zwar farbig konnte, aber eben für Text optimiert war. Der Preis war gut. Farbige Schrift als Zielgebiet für Farbdruck war einwandfrei. Foto brauchte ich nicht. Die Text-Druckkosten waren auf Laserniveau und er kam sogar mit Duplex-Einheit. Die perfekte Wahl....bis der Drucker gut 3 Jahre alt war und der Druckmanager mir mitteilte, dass die Gelbpatrone das Verfallsdatum überschritten hatte. Zwar war die Patrone noch zu 70% voll und druckte bis zu der Meldung noch einwandfrei. Aber mit dem Verfall der einen Farbpatrone, wollte der Drucker überhaupt nicht mehr arbeiten. Eine neue XXL-Schwarzpatrone interessierte den Drucker auch im s/w-Modus nicht, weil ja gelb zwar voll aber alt war. Sehr ärgerlich, da unnütze Kundenabzocke. Im Internet gab's nur diffizile Anleitungen, wie man das Verfallsdatum zerstören könnte, wenn man etwas Geschick hat und riskieren mag, dass die Patrone dann ganz futsch ist. Die Lösung war letztendlich ganz einfach. Schwupps das Systemdatum im Betriebssystem zurückgestellt und der Drucker tat wieder. Dann druckte er sogar gelb wieder wunderbar.

Die heutige Nachrichtenmeldung, dass Hersteller Verfallsdaten und Sollbruchstellen in Geräte einbauen, wundert mich eher nicht.

Kommentare

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Hallo Herr Keller,

wenn Sie eine Druckerkaufberatung mal aus unserer Sicht sehen wollen, dann ist vllt. dieser Artikel für Sie und Ihre Follower interessant:

http://www.maxim-versand.de/druckerkaufberatung.php

Evtl. können Sie einiges davon für ein Update oder einen neuen Artikel auf Ihrem Blog verwenden.

Viele Grüße

Daniel C. Grosch

Danke für den Tollen und Informativen Bericht.
Alles sehr verständlich beschrieben.

Gruß
Mike
http://die-besten-laserdrucker.de/