Täglich grüßt der Monitor – oder – Bildschirm richtig einstellen

Bild des Benutzers Johannes Keller

Das Arbeiten am Computer gehört immer öfter beruflich wie privat zum Alltag. Viele Stunden am PC sind anstrengend. Neben der Konzentration kommen auch Fehlhaltungen und mangelnde Arbeitsplatz-Ergonomie negativ zum Tragen.

Ein wichtiger Schritt zu einem effektiven und entspannten Arbeiten ist ein korrekt eingestellter Bildschirm. Eine gute Aufstellung sorgt für eine gute Haltung. Eine gute Einstellung schont die Augen und vermeidet Kopfschmerzen.

Hier nun 10 Tipps, wie das Büroleben etwas leichter werden kann:

  1. Der Blick auf den Bildschirm sollte möglichst frontal sein: Also die Neigung so einstellen, dass bei entspannter Haltung ohne gedrehten Kopf der Blick senkrecht auf die Mitte des Monitors trifft.

  2. Die Höhe des Monitors sollte so eingestellt sein, dass die oberste Zeichenzeile nicht über Augenhöhe ist.

  3. Bei der Aufstellung gilt es, Reflexionen oder Gegenlicht von anderen Lichtquellen möglichst zu vermeiden. Dies erreicht man, wenn der Blick parallel zur Fensterfläche verläuft, der Monitor also senkrecht zur Fensterfläche steht. Um nicht trotzdem Reflexe auf dem Bildschirm zu haben, sollte der Monitor nicht direkt am Fenster, sondern etwas entfernt stehen.

  4. Der Arbeitsabstand variiert mit der Monitor-Größe: die Faustregel lautet, je größer der Bildschirm, desto weiter weg: ab 21“ ist der Abstand 60cm und mehr. Die Bildfläche sollte gut ins Blickfeld passen. Muss man den Kopf beim Arbeiten häufig drehen, dann ist der Monitor zu nah aufgestellt.

  5. Besonders wichtig sind die Regler für Helligkeit und Kontrast. Zu viel Kontrast strengt die Augen an, zu wenig Kontrast oder Helligkeit allerdings auch. Prinzipiell sollte nach dem Einstellen weiß weiß und schwarz schwarz sein. Am besten beginnt man mit den voreingestellten Werten und passt erst Kontrast und dann Helligkeit so an, dass der Farbraum wirklich von weiß bis schwarz geht und nicht von hellgrau bis dunkelgrau.
    Sehr hilfreich ist die Verwendung eines entsprechenden Testbildes. Ein solches gibt es zum Beispiel hier: http://autopattern.maettig.com/testbild-helligkeit-kontrast.html

  6. Ist der Monitor korrekt eingestellt, dann kann der Kontrast-Regler meist an seinem Platz bleiben. Für die Helligkeitseinstellung gilt dies allerdings nicht, denn je heller das Umgebungslicht ist, desto heller muss auch der Bildschirm sein, um die Augen optimal zu entlasten.

  7. Da bei der Bildschirmarbeit auch immer viel Text zu lesen ist, ist ein scharfes Bild wichtig. Sinnvoll ist es, die Schärfe so hoch einzustellen, dass die Schriftkanten klar und kontrast-stark aussehen. Die Grenze ist überschritten, wenn einfarbige Flächen körnig werden. Sollte trotz moderater Schärfe die Schrift grob wirken, lohnt es sich, im Betriebssystem auf die Einstellungen zur Kantenglättung zu schauen und diese gegebenenfalls einzuschalten. Bei Apple sind diese in Systemeinstellungen/Allgemein zu finden. Bei Windows 7 sind die Einstellungen unter dem Stichwort „Cleartype“ bei den visuellen Effekten „versteckt“.

  8. Je größer der Monitor, desto größer meist auch die Auflösung. Und mit der Größe wächst auch der Arbeitsabstand. Höhere Auflösung und weiterer Abstand sorgen aber dafür, dass Text und Symbole oft zu klein werden. Bei den Anzeigeeinstellungen des Betriebssystems lassen sich auch diese Werte anpassen. Eine angenehme Schrift ist auch bei hoher Auflösung Pflicht. Die Grenze ist dann erreicht, wenn Schaltflächen nicht mehr für den Button-Text reichen.

  9. Wer richtig viel Zeit vor bestimmten Anwendungen verbringt, der wird trotz aller Tipps immer wieder merken, dass die Augen angestrengt sind. Dann kann es sinnvoll sein, die Einstellungen so zu verändern, dass es besonders augenfreundlich wird, auch wenn es vielleicht auf Kosten der Schönheit geht. Hier gilt: wenig gesättigte Farben oder sogar Graustufen-Schemata sind angenehmer, als schöne, aber kräftige Farben.

  10. Wer einen LCD- oder LED-Flatscreen hat, der kann diesen Punkt getrost überlesen. Wer allerdings mit herkömmlichen (Röhren-)Monitoren arbeitet, der sollte mal auf die Bildwiederholrate schauen. Flimmert der Bildschirm, dann ist die Wiederholrate zu niedrig und Kopfschmerzen werden zum Begleiter. Je höher die Bildwiederholfrequenz, desto besser, denn dann erscheint das Bild statisch und nicht flimmernd. Unter 80Hz ist eine andere Einstellung oder ein neuer Monitor eine gute Wahl.

Zu guter letzt – allgemeine Tipps: Ist der Monitor perfekt eingestellt, dann ist das Arbeiten sicher erheblich angenehmer. Trotzdem ist der starre, hochkonzentrierte Blick auf den Monitor eine unnormale Angelegenheit. Hilfreich ist:

  • regelmäßiges Trinken, um die Augen und den Geist frisch zu halten
  • Augen immer wieder bewusst schließen. Blinzeln ist Augenpflege!
  • und auch mal den Blick ins Grüne wagen!

Kommentare

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Bild des Benutzers Johannes Keller

Falls sie das Gefühl haben, der Monitor hat einen Farbstich und es lässt sich - wie bei Laptops beispielsweise - nicht mit den Monitoreinstellungen beheben, dann bietet Windows 7 eine Farbkalibrierung an. Mit wenigen Schritten kann man die Farben korrigieren und mit dem anschließend startenden Clear-Type-Tuner ist auch die Schriftdarstellung optimierbar.

Die Einstellungen befinden sich unter: Systemsteuerung >> Darstellung und Anpassung >> Anzeige >> Farbe kalibrieren.

Sehr geehrter Herr Keller,

mein Medion LCD-TFT Monitor ist zu hell eingestellt.
Mit Vista finde ich nicht die Möglichkeit die helligkeit des Monitors zu reduzieren. Und Medion wollte, dass ich kostenpflichtig anrufe statt auf meine Mail zu beantworten.
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Haben Sie eine Idee mit welcher Vorgehensweise ich das Problem lösen kann? Beide Geräte sind 7 Jahre alt. Für Ihre Antwor vielen herzlichen Dank.

Mit besten Grüßen

joujin
joujin48@live.de

Bild des Benutzers Johannes Keller

Hallo,leider kommt meine Antwort urlaubsbedingt etwas spät. Die Helligkeit eines externen Monitores würde ich nicht über Systemeinstellungen anpassen. Jeder Bildschirm hat im Normalfall ein Menü, in dem es verschiedene Einstellungen zu treffen gilt. Hellligkeit und Kontrast sind hier eigentlich immer enthalten. Je nach Bildschirmmodell gibt es kleine Knöpfe an der Unterseite, einer Seite oder am Rücken des Bildschirmes. Wenn es nicht pro Einstellung direkt einen +- und einen --Knopf gibt, dann gibt es einen Knopf, um in das on-screen-Menü zu gelangen. Dort kann man dann die Helligkeit einstellen.
Viele Grüße

jo